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Wasserenthärtungsanlage gut für ihre Wasserleitungen

Wasserenthärtungsanlage

 

Eine Wasserenthärtungsanlage schließt man hinten die Wasserzahler an im eigenen Trinkwasser-Netzanschluss. Grundsätzlich erhält jedes anzuschließende Grundstück einen eigenen Trinkwasser-Netzanschluss. Als Grundstück gilt ohne Rücksicht auf die Grundbuchbezeichnung jeder zusammenhängende Grundbesitz, der eine selbstständige wirtschaftliche Einheit bildet. Befinden sich auf einem Grundstück mehrere zum dauernden Aufenthalt von Menschen bestimmte Gebäude, so kann die Wasserversorger für jedes dieser Gebäude, insbesondere dann, wenn ihnen eigene Hausnummern zugeordnet sind, die für Grundstücke maßgebenden Bedingungen anwenden und separate Trinkwasser-Netzanschlüsse verlangen. Der Trinkwasser-Netzanschluss verbindet das Trinkwassernetz der Wasserversorger mit der Trinkwasser-Hausinstallation und endet mit der Hauptabsperreinrichtung im Gebäude, im Wasserzählerschacht oder mit der ersten (erdverlegten) Absperreinrichtung auf dem Grundstück des Anschlussnehmers. Bei Gebäuden mit mehreren Kellergeschossen ist der Trinkwasser-Netzanschluss im obersten Kellergeschoss zu installieren. Mit dem Einbau einer Mehrsparten-Gebäudeeinführung geht diese in das Eigentum und den Verantwortungsbereich des Anschlussnehmers/Kunden über. Die Schutzrohre und die in diesen Schutzrohren verlegten Anschlussleitungen verbleiben im Eigentum der Wasser. Bei der Verwendung der Mehrsparten-Gebäudeeinführung ist bei nichtunterkellerten Gebäuden zusätzlich eine Aufstellvorrichtung erforderlich. Diese ist vom Anschlussnehmer/Kunden bereitzustellen. Dieses Bauteil verbleibt im Eigentum und im Verantwortungsbereich des Anschlussnehmers/Kunden. Die wasser- und ggf. Gasdichte Abdichtung dieses Bauteils gegenüber dem Baukörper erfolgt bauseits. Bei nicht unterkellerten Gebäuden und Nennweiten ab DA 63 ist zur Einführung der Netzanschlüsse eine Aussparung in der Bodenplatte (Schacht) mit einer Mindestgröße von 1,30 m x 1,30 m einzuplanen. Wenn die alles stimmt, kann man ohne Problem eine Wasserenthärtungsanlage anschließen.

Eine Wasserenthärtungsanlage und die Dimensionierung

Wenn man eine Wasserenthärtungsanlage nutzen will, muss der Anschluss gewisse Dimensionen haben.

Der Trinkwasser-Netzanschluss wird auf der Basis der vom Anschlussnehmer bereitgestellten Daten dimensioniert. Der Trinkwasser-Netzanschluss wird für den berechneten Spitzendurchfluss (l/sec) zuzüglich Dauerdurchflüsse dimensioniert. Für die Dimensionierung des Trinkwasser-Netzanschlusses wird ein pauschaler Druckverlust von 200 mbar oder eine maximale Fließgeschwindigkeit von 2 m/sec angenommen. Soll über den Trinkwasser-Netzanschluss im Ausnahmefall auch Feuerlöschwasser für den Objektschutz (besonderer Feuerlöschwasserbedarf) bereitgestellt werden, so muss der besondere Feuerlöschwasserbedarf und das Trinkwasser über eine gemeinsame Netzanschlussleitung bereitgestellt werden. Aber auch in diesem Fall wird der Trinkwasser-Netzanschluss ausschließlich für den Trinkwasserbedarf dimensioniert. Da im Brandfall der Bezug von Trinkwasser über den Netzanschluss eingeschränkt oder ganz eingestellt werden muss, kann die über den Netzanschluss zur Verfügung gestellte Wassermenge zum Betrieb der Feuerlöschanlage genutzt werden. Dabei ist im Trinkwasser-Netzanschluss eine Fließgeschwindigkeit von maximal 2 m/sec einzuhalten. Glücklich sind all diese Werte Standard und braucht man normalerweise nicht nachzumessen für eine Wasserenthärtungsanlage. Grundsätzlich kann für die Dimensionierung der Trinkwasser-Installation und zur Bestimmung des Fließdruckes hinter dem Hauswasserzähler (bis Qn 10, Q3 16) ein pauschaler Druckverlust von 850 mbar (0,85 kPa) für den Trinkwasser-Netzanschluss und den Hauswasserzähler angenommen werden. Alle Bestandteile einer Trinkwasser-Installation sind für einen Betriebsdruck von mindestens 10 bar (1 MPa) auszulegen. Druckminderer sind zu installieren, – wenn der Ruhedruck an einer Entnahmestelle in der Hausinstallation über 5 bar (0,5  MPa) ansteigt  – wenn der Ruhedruck den zulässigen Betriebsdruck einer Anlage überschreiten kann, z.B. bei geschlossenen Warmwasserbereitern – wenn der Ruhedruck vor einem Sicherheitsventil 75 % seines Ansprechdruckes überschreiten kann – wenn bei Trinkwasser-Installationen Druckerhöhungsanlagen mit mehreren Druckzonen eingerichtet werden. Um Rückwirkungen auf den Druckminderer zu vermeiden ist hinter dem Druckminderer eine Nachlaufstrecke von 5 x DN (Innendurchmesser) anzuordnen. Der Druckminderer ist für den berechneten Spitzenvolumenstrom zu dimensionieren. Eine Druckerhöhungsanlage ist erforderlich, wenn der Versorgungsdruck nicht ausreicht, um den zur Gebrauchstauglichkeit notwendigen Entnahmedurchfluss an einer ungünstig gelegenen Entnahmearmatur sicherzustellen.  Druckerhöhungsanlagen müssen mit mindestens zwei Pumpen gleicher Größe ausgerüstet sein, wobei jede Pumpe so dimensioniert sein muss, dass eine Pumpe allein den gesamten Förderstrom mit dem erforderlichen Druck bereitstellen kann. Bei Druckerhöhungsanlagen mit drei Pumpen müssen je zwei Pumpen den gesamten Förderstrom bereitstellen. Dabei sind die Pumpen so zu schalten, dass es nicht zu Stagnationen kommen kann und die Temperatur des Trinkwassers 25 °C nicht überschreiten kann. Bei Kleinobjekten entfällt die Reservepumpe. Für die Wahl der Anschlussart der Druckerhöhungsanlage sind hygienische Gesichtspunkte und der Schutz des Wasserversorgungsnetzes vor unzulässigen Druckstößen von besonderer Bedeutung. Der unmittelbare (direkte) Anschluss der Druckerhöhungsanlage mit langsam anlaufenden, elektronisch gesteuerten Pumpen ist dem mittelbaren Anschluss mit offenem Vorlaufbehälter vorzuziehen. Beim unmittelbaren Anschluss darf die durch das Ein- und Ausschalten der Pumpe oder eines Ventils bewirkte Änderung der Fließgeschwindigkeit im Trinkwasser-Netzanschluss höchstens 0,15 m/s betragen. Bei einem Stromausfall darf es durch die Druckerhöhungsanlage nicht zu einem unzulässigen Druckstoß kommen. Die durch den Ausfall der Pumpen verursachte Änderung der Fließgeschwindigkeit im Trinkwasser-Netzanschluss und in der Verbrauchsleitung zur Druckerhöhungsanlage darf höchstens 0,5 m/s betragen. Die Fließgeschwindigkeit in der Anschlussleitung zur Druckerhöhungsanlage und in den Verbrauchsleitungen, die nicht an die Druckerhöhungsanlage angeschlossen sind, darf 2 m/sec nicht überschreiten. Beim Anlaufen einer unmittelbar angeschlossenen Druckerhöhungsanlage darf der Mindestversorgungsdruck am Trinkwasser-Netzanschluss um nicht mehr als 50 % unterschritten werden und unten 1 bar bleiben. Beim Abschalten einer unmittelbar angeschlossenen Druckerhöhungsanlage darf der dadurch entstehende Druckanstieg am Ende des Trinkwasser-Netzanschlusses nicht mehr als 1 bar betragen.  

Eine Wasserenthärtungsanlage und der Wasserzähler 

Eine Wasserenthärtungsanlage schließt man direkt hinter der Wasserzähler an. In §18 der Verordnung über Allgemeine Bedingungen für die Versorgung mit Wasser (AVBWasserV) ist festgelegt, dass die beim Kunden verbrauchte Wassermenge über Messeinrichtungen erfasst wird.  Feuerlösch- und Reservewassermengen werden ebenfalls messtechnisch erfasst.  Da der Wasserzähler im Eigentum des Wasserversorgungsunternehmens ist, bestimmt die Wasserversorger Art, Zahl, Größe und den Einbauort des Wasserzählers.   Die Wasserzähler der Wasserversorger sind geeichte oder entsprechend der europäischen Messgeräterichtlinie (MID) konformitätserklärte Zähler. Die Eichgültigkeit eines Wasserzählers beträgt 6 Jahre. Die Eichgültigkeitsdauer kann verlängert werden, wenn die Messgenauigkeit der Wasserzähler noch vor Ablauf der Eichgültigkeit in einem Stichprobenverfahren nachgewiesen wurde. Dieses Stichprobenverfahren kann mehrmals angewendet werden. Die Eichgültigkeitsdauer verlängert sich dabei um jeweils 3 Jahre. Wasserzähler, deren Eichgültigkeitsdauer nach diesem Stichprobenverfahren verlängert wurde, erhalten keinen neuen Hauptstempel. Die Wasserzähler AG werden grundsätzlich für die Druckstufe PN 16 bereitgestellt. In der europäischen Messgeräterichtlinie (MID) wurden die Leistungsbereiche und die Kennzeichnungen der Wasserzähler neu definiert. Die bisherige Gesetzgebung (Richtlinien 75/33 EWG für Kaltwasserzähler) und die Kennzeichnungen sind allerdings bis 2016 parallel anwendbar. Zu den bisherigen Angaben über die Einbaulage, den höchsten zulässigen Betriebsdruck (wenn größer als 10 bar), die Durchflussrichtung, das Kennzeichen des Herstellers, das Baujahr usw. muss zukünftig: – die Druckverlustklasse angegeben werden, wenn sie von ΔP 63 (ΔP = 0,63 bar bei Q3 oder 1 bar bei Q4) abweicht,  – die Temperaturklasse, wenn sie von T 30 (maximale Temperatur 30° C) abweicht,  – die Klasse der Empfindlichkeit gegenüber Störungen des Strömungsprofils vor und hinter dem Zähler und  – die Umweltklasse angegeben werden. Auch hier gilt dass diese Sachen Standard sind und eine Wasserenthärtungsanlage kann normalerweise ohne Probleme eingesetzt werden.

Mehr Informationen: http://www.nocalc.de/wasserenthärtungsanlage